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Dieser Text gewann den 2. Platz beim Egon-Erwin-Kisch-Preis 1982.
Und dann bist du drin. Drin sein ist das höchste der Gefühle. „Wenn du drin bist", sagt der Kölner Einbrecher Bruno B., „dann is et jut." Es ist zwei Uhr nachts, Bruno*, 31, und sein Freund Marcel*, 22, sind in eine Kölner Gaststätte eingebrochen. Vom Hinterhof durchs Kellerfenster. Die letzten Augenblicke waren strapaziös. Das Kellerfenster war durch eine Querstange gesichert. Sie loszubrechen ist an sich keine Kunst. Ein Wagenheber genügt. Marcel hat ihn mitgebracht. In einer braunen Plastiktasche. Sie enthält außerdem ein Brecheisen, eine Taschenlampe, drei Schraubenzieher, ein Rettungshämmerchen aus der Straßenbahn (um Fenster einzuschlagen) sowie eine Rolle Klebeband (damit das Glas nicht so splittert). Aber als Bruno am Wagenheber zu drehen begann, hat Marcel fast die Nerven verloren: „Pssst! Maach nit esu ene Kraach!"
Ringsherum Häuser. Ringsherum Wohnungen. Die Stange gibt leicht nach. Aber wie das hallt durch den nächtlichen Hinterhof! Viel größere Angst als vor der Polizei haben Bruno und Marcel vor alten Mütterlein, die nachts schlaflos ans dem Fenster lehnen. „Esu en aal Omma", klagt Bruno „määt (macht) alles kapott.“
Und dann bist du drin. „Wenn du drin bist", sagt Bruno, „dann hast du ein Gefühl der Entspannung, das ist, wie wenn du ..." Er sucht nach einem Vergleich. „Das ist, wie wenn du auf der Arbeit Feierabend hast. Nur viel schöner."
Und dann fängst du an zu „kucken". Hinter der Theke zuerst. Hier ein Töpfchen, da ein Gläschen - unglaublich, wieviel Geld so töpfchenweise hinter einer Theke steht. Darauf trinken Bruno und Marcel einen Bacardi mit Cola. Und essen dazu ein Sol-Ei und ein paniertes Kotelett.
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